Letztes Feedback

Meta





 

durch 12 gefaengnisse

Lehrveranstaltungsanmeldung, 9:45 (oesterreich) also 14:15 indien: gespannt, jede minute die homepage des plus online anmeldungssystem neu ladend, sass ich vor einem der langsameren computer des vollgestopften internetcafes. 3,2,1 los gehts, nerven liegen blank und ich koennte jetzt die vier rotz am aermel abschmierenden, laut schmatzenden und mich immer wieder stossenden tibeter neben mir an die gurgel gehen. mit esthers hilfe scchaffte ich es in fast alle unikurse. ich war ueberglueklich, weil der stress und die sorgen diesbezueglich abfieheln.

runter, richtung dharamsala, gehts zu einem freund von esther - tenzin tsundue, einem dichter und tibetischen wiederstaendigen, der schon in 12 verschiedenen gefaengnissen war, nur weil er in sein heimatland wollte. tara lernten wir dort kennen, eine uniprofessorin, tiefe falten, haengende wangen, aufgezeichnete, trotzdem natuerlich wirkende lippen und den stolz einer loewin. gemeinsam berichteten sie von friedlichen demonstrationen, deren ende sich oft in den polizeistationen ereigneten. ich wollte mehr wissen, las essays von ihm ueber tibet. schon mehr als 50 jahre versuchen die tibeter ein eigenes land zu bekommen. ohne erfolg. aber mit immer mehr aufsehen, wie z.b. bei den olympischen spielen in peking. picksuesser tee und capsey. ich sollte mir fuers einkaufen merken: oil, potatoes und pease. ich fragte ihn, wo man denn am besten peace einkauft, er deutete zum gemuesegeschaeft. nein, ich fragte nach frieden. er lachte, ueberrascht, leicht traurig.

den 3. losartag verbrachten wir wieder mit jampa. sie begann sich auf ploetzlich fuer massenkommunikation  als studium zu interessieren. ich versuchte ihr zu erklaeren, wie das studium so verlaeuft, sagte ihr aber auch, dass es in indien eindeutig anders ist als in europa.
der dalai lama war ueber den hauptfeiertag in mcloed ganj. heute sollte er wieder die kleine stadt verlassen. gespannt warteten eine horde von tibetern und anhaengern neben der strasse um noch einen letzten blick auf den nach amerika, zu obama reisenden heiligen, wie sie ihn nannten, zu erhaschen. der abschied fiel uns schwer.

tsundue erklaerte uns es waere der 2. losartag laut tibetischen kalender, der ab und zu einen tag dazu und einen tag weg nahm. es wird alles nicht so genau genommen. er zeigte uns einen film ueber die ueberquerung der grenze zu tibet "the failed secret mission to tibet", eine doku ueber einen vieler versuche nach tibet zu kommen, gefilmt von moenchen. verzweifelnd. beruehrend.

weitere geschichten ueber diverse ueberquerungen folgten. mit 22 den ersten versuch gestartet, niemanden davon erzaehlt. 5 tage herumgeirrt, halb tot von einem tibetischen polizisten verhaftet. schauergeschichten aus dem gefaengnis und freundschaftsaugenblicke, die einen am leben erhalten. er lebt fuer tibet, danach kommt der rest. ist staendig in kontakt mit leuten, die ihm helfen koennten das thema mehr publik zu machen. wieder ein sms. er antwortet ohne auf den display zu schauen. diskussion ueber die zeitung und ihre politik, ihren einfluss und wer die zeitung beeinflusst. mich zieht das thema an, weiss aber zu wenig. ich wuerde gern eine arbeit drueber schreiben, sagte ihm dies, kam mir peinlich und belaechelt vor. ich war doch zu still gewesen und er konnte mich nicht einschaetzen - diskussion. er griff das thema auf. es sollte mehr leute geben, die sich dafuer einsetzen. durch die blume gab er mir zu verstehen, dass er es wahrscheinlich doch nicht nur fuer das uebliche blabla hielt. er gab mir 2 buecher von ihm mit als geschenk.

im zimmer wartete ein immer lauter plaetscherndes boilermonster, ein kleiner see.

16.2.10 17:52

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen